Montag, 5. August 2013

DIE REPARATUR

Florian: 

Das blöde bei Motorproblemen ist, wenn man die Ursache nicht kennt. Jetzt kenne ich einen Motor zwar prinzipiell, aber ein Fachmann bin ich natürlich nicht. Ich habe nur zwei Hände und ein logisch funktionierendes Gehirn. Wenn ein Motor überhitzt, dann kühlt er nicht ausreichend. 

Also Kühlschläuche kontrolliert. Wir haben eine Zweikreiskühlung; ursprünglich hatte das Schiff eine Einkreiskühlung. Nachdem die Kühlwasserpumpe läuft und ich die Schläuche direkt an den Motorblock angeschlossen hatte und beim hinteren Ende nur ein kleines Rinnsal Wasser herauskam nahm ich an, dass der Motor mit Kalk verlegt sei. Der Mechaniker, der am Morgen den Motor inspizierte meinte nur, ich solle an der Stirnseite den Deckel abschrauben und kontrollieren. Als ich das mache, stelle ich fest, dass dort ein Thermoventil eingebaut ist. Eigentlich eh klar – ist das Wasser noch kalt, bleibt das Ventil zu und der Motor kommt rasch auf Betriebstemperatur; ist der Motor dann warm, öffnet sich das Ventil und mehr Kühlwasser fließt und schützt (besser gesagt sollte) den Motor vor Überhitzung. Kein Wunder also, dass kein Wasser aus dem kalten Motor herausgekommen ist, obwohl ich auf der anderen Seite die Pumpe mit voller Kraft hineinpumpen lasse: das Ventil ist bei kaltem Motor logischerweise geschlossen. Ich baue also dieses Ventil aus, finde am Schiff in der Motorkiste noch zwei weitere gebrauchte Ventile auf einer Schachtel der Vermerk „defekt“ – aber geh!?! Da bin ich eh gleich misstrauisch und denke, dass das wohl kein neues Problem ist. 
Auf zum Volvo Penta Mechaniker. Als ich ihm das Ventil zeige macht er eine wegwerfende Handbewegung. Nach einigem hin und her verstehe ich, was er zu erklären versucht. Das Ventil ist nur in kalten Gewässern notwendig. In warmen Gefilden kann man es weglassen. Gesagt – getan. Nachdem ich den Motor wieder zusammenbaue, alle Schläuche an die vorgesehenen Ein- und Auslässe montiere – start frei für den Testlauf. Maschine läuft, wir starren gespannt auf den Thermometer. Die Temperatur bleibt unter 80 Grad. Ich lege den Retourgang ein und wir lassen den Motor eine Stunde unter Belastung arbeiten – Temperatur bleibt konstant – gewonnen!!!




Jetzt rückblickend betrachtet und  nach gelöstem Problem denk ich, dass das Bier gestern zwar wirklich hervorragen war, aber womöglich ja doch nicht das Beste meines Lebens. Da waren ja auch noch die 6 Bier nach meinem 800 m Sieg bei der Masters EM, als ich alle meine Final-Konkurrenten eingeladen habe und nur einer erschienen ist (daher jeder von uns 6 Bier) – die waren auch wirklich sehr, sehr gut. Oder aber mein Prüfungsbier: nach jeder bestanden Prüfung an der Uni ein Bier und eine Tafel Schokolade – die waren auch gewaltig. Irgendwie ist das dann ja auch der Sinn und Zweck unserer Weltumsegelung, dass es Situationen gibt, in denen man meint, das beste Bier seines Lebens getrunken zu haben. Ich kann derzeit allerdings gerne einige Zeit darauf verzichten….

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